Norbert Bisky | Zentrifuge
Kunsthalle Rostock, Rostock, Germany | 15.11.2014–15.2.2015
NORBERT BISKY. CENTRIFUGE

NORBERT BISKY. CENTRIFUGE is the hitherto most extensive solo exhibition of this artist who was born in Leipzig in 1970. The Kunsthalle Rostock presents a comprehensive overview on all creative stages but also newly created works on the entire upper floor. Furthermore,the artist will implement a site-specific installation in the atrium of the building. By presenting 80 canvases, the exhibition pays particular attention to the medium that forms the basis of Norbert Bisky’s artistic self-conception: painting. It is also his handling of other materials and genres, particularly taking the step beyond the limits of pictures, which results from this continuous dialogue with this medium, as visible, for instance, in his cooperation with the Berlin State Ballet and the Club Berghain last year.From his studies with Georg Baselitz at the University of Arts in Berlin on, Norbert Bisky has been attributed to figurative painting and has dedicated himself in various forms to figuration and decomposition in the 15 years of his previous work. His energetic, strongly coloured pictures revolve around dynamisation and resolution of bodies, of fixed spatial structures, of closed surfaces, of clear visual statements – and of the border between figuration and abstraction.His works are pervaded by the destruction of firm structures, of expansion and explosion.Like a centrifuge that serves for creating forces and uses the inertia of masses, permanence starts moving in Bisky’s pictures.The exhibition’s attention is placed on the manifold dissolution tendencies in Norbert Bisky’s painting and is reflected in the exhibition dramaturgy, which uses the straight, austere modernistic architecture of the Kunsthalle Rostock – the only newly built art museum of the former GDR – in its circularity. Via meshing focuses, the exhibition enables different perspectives on Bisky’s work, thus also illustrating which processes of meaning construction and consolidation take place in the process of reception and, hence, in the eye of the beholder.As Bisky’s painting work does not focus on depicting reality but on our dealing with images and their effectiveness. Where the painter concentrated on satirizing the picture language of socialist youth at the beginning of his career, he particularly views media images, the aesthetics of advertising, their construction of body images and our dealing with it today.

The exhibition is curated by Dr. Dorothée Brill.

Zentrifuge NORBERT BISKY. 

ZENTRIFUGE ist die bislang umfangreichste Einzelausstellung des 1970 in Leipzig geborenen Malers. Die Kunsthalle Rostock zeigt auf ihrer gesamten oberen Etage eine umfassende Übersichtsschau aller Schaffensphasen sowie neu entstandene Arbeiten. Der Künstler wird zudem eigens für das Atrium des Hauses eine ortspezifische Installation realisieren.Mit rund 80 Gemälden liegt das Augenmerk der Ausstellung auf jenem Medium, das die Basis von Norbert Biskys künstlerischem Selbstverständnis bildet: der Malerei. Aus der beständigen Auseinandersetzung mit diesem Medium resultiert auch Biskys Umgang mit anderen Materialien und Gattungen, insbesondere der Schritt über die Bildgrenzen hinaus, beispielsweise in seiner Zusammenarbeit mit dem Staatsballett Berlin und dem Club Berghain im vergangenen Jahr.Seit seinem Studium bei Georg Baselitz an der Berliner Hochschule der Künste wird Norbert Bisky der figurativen Malerei zugerechnet und hat sich in den 15 Jahren seines bisherigen Schaffens auf vielfältige Weise der Figuration und ihrer Zerlegung gewidmet. Seine energiegeladenen, starkfarbigen Bilder kreisen um die Dynamisierung und Auflösung von Körpern, von festen Raumgefügen, von geschlossenen Oberflächen, von klaren Bildaussagen - und von der Grenze zwischen Figuration und Abstraktion. Sein Werk ist durchzogen von der Zerstörung fester Gefüge, von Expansion und Explosion. Gleich einer Zentrifuge, die der Erzeugung von Fliehkraft dient und die Trägheit der Masse nutzt, gerät in Biskys Bildern Festgefügtes in Bewegung.Das Augenmerk der Ausstellung gilt also den vielfältigen Auflösungstendenzen in der Malerei Norbert Biskys und spiegelt sich in einer Ausstellungsdramaturgie wider, die die geradlinige, nüchtern-modernistische Architektur der Kunsthalle Rostock - dem einzigen Neubau eines Kunstmuseums in der ehemaligen DDR - in ihrer Zirkularität nutzt. Mittels ineinandergreifender Schwerpunkte ermöglicht die Ausstellung unterschiedliche Sichtweisen auf Biskys Schaffen. Dabei verdeutlicht sie zugleich, welche Prozesse der Bedeutungskonstruktion und -konsolidierung im Akt der Rezeption stattfinden und somit im Auge des Betrachters liegen. Denn der Fokus von Biskys Malerei gilt nicht der Abbildung von Realität, sondern unserem Umgang mit Bildern und deren Wirkungsweisen. Hatte der Künstler zu Beginn seiner Laufbahn die Bildsprache seiner sozialistischen Jugend persiflierend ins Visier genommen, gilt sein heutiger Blick vor allem den Medienbildern, der Ästhetik der Werbung, ihrer Konstruktion von Körperbildern und unserem Umgang damit.

Die Ausstellung wird kuratiert von Dr. Dorothée Brill.Zur Ausstellung erscheint im Verlag Hatje Cantz eine Publikation mit Essays von Kathleen Bühler, Hubertus Gaßner, Jeanette Zwingenberger und Dorothée Brill .