Kathryn Andrews | Kathryn Andrews. Special Meat Occasional Drink
Museum Ludwig Köln, Cologne, Germany | 25.5.–25.8.2013
The con­cep­tu­al sculp­tures of Kathryn An­drews (born in Mo­bile, Al­aba­ma in 1973) vari­ous­ly ad­dress is­sues re­lat­ing to per­for­mance and pre­sen­ta­tion. The per­for­mance as­pect is per­haps clear­est in her birth­day sculp­tures, which have the char­ac­ter of events as bal­loons are at­tached each year to their chrome-plat­ed me­t­al bars.

Other pie­ces by the artist in­cor­po­rate rent­ed movie props, so that the works are in­com­plete out­side of the ren­tal pe­ri­od. The pre­vi­ous his­to­ry of the props in­vests them with a pow­er­ful sym­bolic charge. A T-shirt worn by Brad Pitt on a film set, for ex­am­ple, or a crash hel­met used by one of the wo­m­en in Char­lie’s An­gels evoke se­cret long­ing for film stars who are ba­si­cal­ly un­touch­able. This nar­ra­tive or tem­po­ral di­men­sion gen­er­ates a com­plex­i­ty that con­trasts stark­ly with An­drews’s very di­rect, ul­ti­mate­ly Pop-de­rived vi­su­al vo­cab­u­lary.

Gal­leries that the Mu­se­um Lud­wig has placed at the artist’s dis­pos­al for the ex­hi­bi­tion Spe­cial Meat Oc­ca­sio­n­al Drink in­clude a room on the third floor known in the mu­se­um as the “aquar­i­um.” Dom­i­nat­ed by a se­quence of tall win­dows, this unu­su­al ex­hi­bi­tion space has al­ways posed a con­struc­tive chal­lenge to both artists and vis­i­tors. Play­ful­ly tak­ing her cue from the faint­ly ab­surd char­ac­ter of the ar­chi­tec­ture, An­drews makes it the nu­cleus of her en­tire pre­sen­ta­tion: The ex­hi­bi­tion’s cen­tral in­s­tal­la­tion fea­tures an out­sized screen on which col­or­ful marine im­agery ap­pears that brings to mind a Sea­World theme park or the two TV se­ries Find­ing Ne­mo and Flip­per. Com­bined with the chrome-plat­ed sur­faces of her per­for­ma­tive sculp­tures, the im­agery gen­er­ates dy­nam­ic op­ti­cal dis­tor­tions that threat­en to dis­solve phys­i­cal re­al­i­ty. Staged on­ly for the du­ra­tion of the ex­hi­bi­tion, this is a work that re­flects the artist’s in­ter­est in mak­ing time an in­te­gral part of her art. This theme is tak­en up in the two gal­leries out­side the “aquar­i­um.” Here An­drews evokes the pas­sage of time in a strik­ing­ly sim­ple way in a wall piece fea­tur­ing white can­dles against a black back­ground.

In this ex­hi­bi­tion An­drews en­gages with the Mu­se­um Lud­wig on two lev­els. On the one hand, she in­ter­venes in the mu­se­um’s ar­chi­tec­ture, an in­ter­ven­tion that can be seen both in­side and out­side the build­ing. On the other, she ad­dress­es some artis­tic fo­cus­es of the per­ma­nent col­lec­tion. In its com­pelling sim­plic­i­ty, her vi­su­al vo­cab­u­lary re­calls Pop Art and the stain­less steel sculp­tures of Wal­ter De Maria, while at the same time in­hab­it­ing a con­cep­tu­al cos­mos that fre­quent­ly in­cludes a nar­ra­tive com­po­nent. By em­phat­i­cal­ly point­ing up such artis­tic re­la­tion­ships, the artist ul­ti­mate­ly sub­verts the kind of art-his­tor­i­cal clas­si­fi­ca­tion that has ap­pro­pri­at­ed the works.Ex­hi­bi­tion 

cu­ra­tor: Philipp Kais­er
An­drews beschäftigt sich in ihren konzeptuellen Skulp­turen auf vielfältige Art und Weise mit den Be­din­gun­gen der Auf­führung und Präsen­ta­tion. Dabei überneh­men ihre Skulp­turen die Auf­gabe eines Büh­ne­nauf­baus oder ein­er Requisite, die den Be­trachter dazu auf­fordern, selbst als Ak­teur zwischen ih­nen aufzutreten. Die per­for­ma­tive Qual­ität kommt vielleicht am deut­lich­sten in der Ereig­nishaftigkeit ihr­er Ge­burt­s­tags-Skulp­turen zum Aus­druck, auf Hochglanz polierten Stah­lab­schrankun­gen, die ein­mal im Jahr mit Luft­bal­lons verse­hen wer­den.

An­dere Ar­beit­en wiederum baut sie aus gemi­eteten Film­requisiten, welche nur auf Zeit ein an­son­sten un­voll­ständi­ges Werk kom­plet­tieren und durch ihre Vorgeschichte teil­weise höchst sym­bolisch auf-ge­la­den sind, wie ein T-Shirt, das Brad Pitt auf einem Film Set trug oder ein Mo­tor­rad­helm eines der Drei En­gel für Char­lie, die den Ge­danken ein­er ver­bor­gene Sehn­sucht nach den un­er­reich­baren Film­s­tars in sich tra­gen. Die Verknüp­fung ein­er erzäh­lerischen und ein­er tem­po­ralen Di­men­sion bringt eine Kom­plex­ität her­vor, die mit ihr­er di­rek­ten und an der Pop Art an­geleh­n­ten Bild­sprache kol­li­diert.

Für die Ausstel­lung Spe­cial Meat Oc­ca­sio­n­al Drink stellt das Mu­se­um Lud­wig Kathryn An­drews un­ter an­derem den in­tern als Aquar­i­um bezeich­neten Raum im zweit­en Oberges­choss zur Ver­fü­gung: eine von ein­er ho­hen Fen­ster­front do­minierte Ausstel­lungsar­chitek­tur, die durch ihre Ei­gen­heiten Kün­stler wie Be­such­er im­mer wied­er kon­struk­tiv her­aus­fordert. Auf spie­lerische Art und Weise greift An­drews auf ein entle­genes, gar ab­sur­des ortsspez­i­fisch­es Charak­teris­tikum zurück und macht die­s­es in der Folge zum Aus­gangspunkt ihr­er ge­samten Präsen­ta­tion: Die zen­trale In­s­tal­la­tion der Ausstel­lung zeigt eine überdi­men­sionierte Stell­wand mit ein­er bun­ten Meeresszenerie, die sich zwischen Fin­d­et Ne­mo, Flip­per und Sea­World be­wegt. Im Zusam­men­spiel mit den Chro­mober­flächen ihr­er per­for­ma­tiv­en Skulp­turen ent­ste­hen dy­namische und op­tische Vexier­spiele an der Grenze der Ma­te­rial­ität. Dass es sich dabei um eine Ar­beit han­delt, die für die Dauer der Ausstel­lung geschaf­fen wurde, verdeut­licht An­drews In­teresse an tem­po­ralen In­sze­nierun­gen. Die­s­es The­ma wird eben­so in den zwei Ga­le­rien vor die­sem Raum aufge­grif­f­en. Auch hi­er hat Kathryn An­drews eine Wan­dar­beit pro­duziert, die sich mit weißen Kerzen auf sch­warzem Hin­ter­grund fast plaka­tiv mit dem The­ma Zeit und Dauer beschäftigt.

Kathryn An­drews Ar­beit­en sind in dop­pel­ter Hin­sicht auch eine Au­sei­nan­derset­zung mit dem Mu­se­um Lud­wig: Neben das Ein­greifen in die Ar­chitek­tur des Haus­es - die nicht nur von in­nen, son­dern auch von außen wahrgenom­men wer­den kann - tritt die Beschäf­ti­gung mit den kün­st­lerischen Sch­w­er­punk­ten der Samm­lung. An­drews Bild­sprache erin­n­ert in ihr­er Ein­fach­heit und Ein­dringlichkeit an Pop Art sowie an Wal­ter De Marias Edel­s­tahl­skulp­turen, ist aber zu­gleich Zeug­nis eines konzeptuellen (und oft auch nar­ra­tiv­en) Kos­mos. Es ist ger­ade diese Veror­tung, Ei­nord­nung und Kat­e­gorisierung, die die Kün­st­lerin forciert und let­zten En­des un­ter­miniert.

Ku­ra­tor: Philipp Kais­er