Andreas Schmitten | Falkenrot Preis 2017
Künstlerhaus Bethanien, Berlin, Germany | 7.7.–17.9.2017
Mit Andreas Schmitten wird ein Künstler ausgezeichnet, der auf kluge und bisher ungesehene Weise eine schillernde, auf die Struktur der Oberfläche reduzierte Wahrnehmung sichtbar macht. Eine Facette seiner Arbeit ist die ästhetische Erfahrung, die sich durch die glatte, manchmal spiegelnde, immer bunte, Oberflächenstruktur der skulpturalen Arbeiten, ergibt. Daraus speist sich ein Unwohlsein, das darauf beruht, dass man Schmittens Arbeiten nur schwer im eigenen Bilderkanon verorten kann. Die nicht besetzte Kategorie der Funktion, in einer auf Optimierung ausgerichteten Gesellschaft, schafft ein unterschwelliges Gefühl von Verunsicherung und wirft den Betrachter auf seine eigene Funktionalität innerhalb des Systems zurück.

Das Zurschaustellen der Oberfläche als Programm zieht sich durch das Werk Schmittens. Schaufenster, die sich mit einer schillernden Dingwelt befassen, meterhohe Hochglanz-Skulpturen, aber auch feine Zeichnungen, die dem Menschen und seiner Physis wieder ganz klare Funktionen zuweisen. Die Zeichnungen sind ebenso verstörend wie humoristisch zu verstehen. Sie geben dem Menschen in Schmittens Werk, aber auch in einer Welt, in der Körper nunmehr als Accessoire gehandelt werden, eine praktische Funktion zurück. So beschäftigt sich Schmitten auf vielschichtige Weise mit dem modernen Menschen und seinem Platz in einer Welt, die sich mehr und mehr dem Schein zuwendet.

 

Anlässlich der Verleihung des Falkenrot Preises 2017 an Andreas Schmitten erscheint ein umfassender Katalog mit zahlreichen Werkabbildungen und Texten von Ory Dessau und Ruba Katrib.

An artist is being honoured in Andreas Schmitten, who visualizes an enigmatic perception reduced to surface structures in an ingenious and previously unheard of way.  One facet of his œuvre is the aesthetic experience induced by the smooth, sometimes reflecting, always brightly-coloured surface of his sculptural works. This leads to a sense of unease, due to the fact that we have difficulty in locating Schmitten’s works within our own canon of images. The unoccupied functional category in a society oriented on optimization creates an undercurrent of uncertainty, so throwing the viewer back upon his own functionality within the system.

The presentation of surfaces as a programme permeates the entirety of Schmitten’s œuvre: display windows featuring an iridescent world of objects; metre-high, high-gloss sculptures, or fine drawings, which resume the attribution of quite clear functions to man and his physis. The drawings should be understood not only as disturbing but also as humorous. They give back a practical function to the people in Schmitten’s work, but also in a world where bodies are now traded as accessories. And so Schmitten is concerned in diverse ways with modern man and his place in a world that is becoming more and more oriented towards appearance.


A comprehensive catalogue will be appearing to mark the presentation of the Falkenrot Prize 2017 to Andreas Schmitten, including numerous illustrations, and texts by Ory Dessau and Ruba Katrib.