Erwin Wurm | Ende
Niederösterreichische Landesmuseum, St. Pölten, Austria | 23.4.–31.7.2016
Erwin Wurm – Ende Erwin Wurm, 1954 in Bruck an der Mur geboren, lebt seit 2002 in Limberg, Niederösterreich. Seit Jahren gilt er auch international als erfolgreichster (nieder- )österreichischer Künstler. 

Nach kurzem Studium der Kunstgeschichte in Graz studierte Erwin Wurm von 1977 bis 1979 Bildhauerei am Mozarteum in Salzburg; 1979 bis 1982 folgte das Kunststudium an der Universität für angewandte Kunst (Gestaltungslehre) und an der Akademie der bildenden Künste Wien (Werkerziehung). Von 2002 bis 2010 hatte Wurm die Professur für Bildhauerei/Plastik und Multimedia an der Angewandten in Wien inne. 

Nur wenige Gegenwartskünstler haben die Skulptur so kompromisslos weiterentwickelt wie er. War anfänglich noch die Malerei bzw. die Farbe als Aspekt von Formveränderungen relevant, wurden es in der Folge Parameter skulpturaler Fragen nach Zeit, Masse, Haut, Raum, wobei der Beuys’sche Begriff der „sozialen Skulptur“ essenziell ist. Wurms weltberühmte „One Minute Sculptures“ etwa transformierten das Skulpturale in das Performative und erweiterten es um die Dimensionen von Handlung und Zeitlichkeit. Alltagsmomente bzw. -objekte gerinnen zu witzigen, scheinbar skurrilen und prekären „Plastiken“ mit nicht selten heftigen politischen Implikationen. Damit sind die Arbeiten des Künstlers auch Katalysatoren einer Gegenwartsbefindlichkeit. 

Kurator Carl Aigner