Austyn Weiner | VERTIGO
König Galerie | 30.9.–30.10.2021
AUSTYN WEINER
VERTIGO

30 SEPTEMBER – 30 OCTOBER 2021
KÖNIG GALERIE | CHAPEL


KÖNIG GALERIE presents VERTIGO, Austyn Weiner’s first solo show in Germany.

vertigo
(ver·ti·go), noun: a sensation of motion in which the individual's surroundings seem to whirl dizzily.

For Austyn Weiner, the act of painting twists beyond process and into practice. Beyond moving material around a canvas to achieve an agreeable composition, Weiner’s approach is a regimented, introspective, and sacred practice that builds upon itself day by day. When she steps into the studio, Weiner temporarily leaves the earthly plane, seeing beyond the given reality to carry the currents of the whole from subconscious into reality. It is as if her future self is guiding the action, moving the pieces, and thrumming the rhythm of her painting with equal parts self-assurance and restraint. There is a knowledge in the work.

In VERTIGO, the artist seizes the weight of the moment to transform the practice she has spent years cultivating. A nod to the word that gave the exhibition its title, VERTIGO was conceived under disorienting circumstances – some chosen by, others inflicted upon, Weiner.

In the process that led to VERTIGO, Weiner’s typical studio experience became an altered arena for creation – a warehouse-like space where the artist labored alone, all overhead lighting removed save for the glow of faint red light to help gauge direction. In blinding herself to the given reality of paint colors, Weiner was freed from tradition, released from the unconscious expression of rules she’d been pressed to follow. Through release, she abandoned fear and welcomed the vast openness of possibility. In an ironic twist of fate, Weiner’s self-produced disorientation was met with an unwelcomed bout of vertigo  yet rather than letting the symptoms pause the painting process, she leaned into the physical manifestations of the universe-challenging effect and saw her work through a new physicality outside of the boundaries of time and expectation.

Weiner’s incessant forward momentum is not only apparent conceptually, but also formally. In VERTIGO, Weiner has moved away from nearly all traces of the figure that once inhabited her work, entering into an advanced realm of abstraction. Though indiscernible in their final form, the jumping off point for each work originated from a landscape study. Unsatisfied with replicating this archetypal mode, Weiner played with flipping the canvas and painting from different heights until the landscape’s trace vanished. The blank space of the canvas is strategically embraced, offering space to the rich earthy hues that dominate the surface. The paintings are looser, the gestures grander and seeping with confidence. Every mark is taken into consideration; there is never a single stroke that does not belong and, simultaneously, not a stroke more than what is needed. In Weiner’s concerted effort to let go of control, she has discovered a freedom which breathes new life into her exploration of abstraction.

Capturing instability to transcend the limitations of past and present, with VERTIGO, Weiner finds the future in equilibrium.


BIO

Austyn Weiner (b.1989) was born in Miami, Florida. Weiner studied photography at the University of Michigan - School of Art and Design and Parsons School of Photography in New York. Selected solo and group exhibitions include: "Nobody's Baby" at Carl Kostyál Gallery, London (2020); "Jellyfish" at Kohn Gallery, Los Angeles (2020); "Prenup" at The Journal Gallery, New York (2019); "(MID-EXPLOSION)" at Bill Brady Gallery, Los Angeles (2018); "Here’s Your Fucking Flower" at Ibid Gallery, London (2017); "Wilhardt and Naud" at The Lodge, New York (2016) and curated the group exhibition "We The People" (2016), to raise funds for the National Coalition Against Domestic Violence (NCADV) at Werkärtz, Los Angeles.

AUSTYN WEINER
VERTIGO

30. SEPTEMBER – 31. OKTOBER 2021
KÖNIG GALERIE | CHAPEL 


Die KÖNIG GALERIE präsentiert mit VERTIGO die erste Einzelausstellung von Austyn Weiner in Deutschland.  

vertigo (ver·ti·go): eine Bewegungsempfindung, bei der die Umgebung als schwindelerregend drehend wahrgenommen wird

Für Austyn Weiner reicht der Akt des Malens über den Prozess selbst hinaus, wird zu einer Praxis. Es geht ihr nicht um den Prozess des Bewegens von Material auf der Leinwand, um ein gefälliges Ergebnis zu erzielen. Vielmehr etabliert sie eine streng kontrollierte, introspektive und heilige Praxis, die sich Tag für Tag weiterentwickelt. Wenn Weiner das Atelier betritt, verlässt sie vorübergehend die irdische Ebene und blickt über die gegebene Wirklichkeit hinaus, um die Ströme der Ganzheit aus dem Unterbewusstsein in die Realität zu tragen. Es ist, als würde ihr zukünftiges Ich die Handlung lenken, die Teile in Bewegung setzen und den Rhythmus ihrer Malerei trommeln, gleichermaßen selbstsicher wie zurückhaltend. In ihrem Werk liegt ein tiefes Wissen.

In VERTIGO begreift die Künstlerin die Bedeutung des Augenblicks als Möglichkeit, um ihre über Jahre entwickelte Arbeitsweise zu erweitern. Wie der Begriff, der der Ausstellung ihren Titel gibt, bereits andeutet, wurde VERTIGO unter verwirrenden Umständen konzipiert – einige wurden von Weiner bewusst gewählt, andere wurden ihr aufgezwungen.

Während des Arbeitsprozesses, der schließlich zu VERTIGO führte, wurde Weiners klassisches Atelier zu einem gänzlich veränderten Schaffensort – ein lagerhallenähnlicher Raum, in dem die Künstlerin allein arbeitete, ohne jegliche Deckenbeleuchtung. Nur der Schein eines schwachen roten Lichts half ihr dabei, sich zu orientieren. Indem sie sich so für die gegebene Wirklichkeit der Farben blind machte, befreite sie sich von der Tradition, vom unbewussten Ausdruck der Regeln, die sie zu befolgen gezwungen war. Dieser Akt der Befreiung ermöglichte es ihr, sich von Ängsten zu lösen und die Offenheit der Möglichkeiten neu zu erfahren. In einer ironischen Wendung des Schicksals wurde Weiners selbst erzeugte Desorientierung von unwillkommenen Schwindelanfällen (vertigo) begleitet. Doch anstatt dass ihre Symptome dazu führten, den Malprozess zu unterbrechen, nahm sie diese physischen Manifestationen des Transformationsprozesses an und erblickte ihr Werk durch eine neue Körperlichkeit, außerhalb der Grenzen von Zeit und Erwartung.

Weiners unaufhörlicher Vorwärtsdrang zeigt sich nicht nur konzeptionell, sondern auch formal. In VERTIGO hat sie sich von fast allen Spuren des Figurativen befreit, die ihr Werk einst bevölkerten, um immer weiter in die Sphäre der Abstraktion vorzudringen. Obwohl in ihrer endgültigen Form nicht mehr erkennbar, bildete eine Landschaftsstudie den Ausgangspunkt für jedes Werk. Anstatt diese archetypische Gattung zu reproduzieren, spielte Weiner so lange mit den Motiven, indem sie die Leinwand drehte und aus verschiedenen Höhen malte, bis die Spuren der Landschaft verschwanden. Sie macht sich die Leerstelle der weißen Leinwand zu eigen, bietet diese doch Platz für die satten Erdtöne, die die Oberfläche dominieren. Die Gemälde sind freier, die Gesten größer und von Zuversicht durchdrungen. Jedes Detail ist sorgfältig bedacht; es gibt keinen einzigen Strich, der nicht genau dort hingehört, und gleichzeitig keinen Strich mehr als nötig. In ihrem konzertierten Bemühen, die Kontrolle loszulassen, hat Weiner eine Freiheit entdeckt, die ihrer Erforschung der Abstraktion neues Leben einhaucht.

Indem sie die Instabilität einfängt, um die Grenzen von Vergangenheit und Gegenwart zu überwinden, entdeckt Weiner mit VERTIGO eine Zukunft im Gleichgewicht.


BIO

Austyn Weiner (geb. 1989) wurde in Miami, Florida, geboren. Sie studierte Fotografie an der University of Michigan - School of Art and Design und der Parsons School of Photography in New York. Zu ihren Einzel- und Gruppenausstellungen gehören: "Nobody's Baby" in der Carl Kostyál Gallery, London (2020); "Jellyfish" in der Kohn Gallery, Los Angeles (2020); "Prenup" in der The Journal Gallery, New York (2019); "(MID-EXPLOSION)" in der Bill Brady Gallery, Los Angeles (2018); "Here's Your Fucking Flower" in der Ibid Gallery, London (2017) und "Wilhardt and Naud" im The Lodge, New York (2016). Sie kuratierte außerdem die Gruppenausstellung "We The People" (2016) im Werkärtz, Los Angeles, um Spenden für die National Coalition Against Domestic Violence (NCADV) zu sammeln.