Karl Horst Hödicke | KLEINE BILDER AUS KÜCHE UND KLO I CHAPEL
König Galerie | 18.3.–18.4.2021

KARL HORST HÖDICKE
KLEINE BILDER AUS KÜCHE UND KLO
18 MARCH - 18 APRIL 2021
KÖNIG GALERIE CHAPEL

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KÖNIG GALERIE is pleased to present the third solo exhibition of works by Karl Horst Hödicke.

In his series of works KLEINE BILDER AUS KÜCHE UND KLO (2002-2003), Karl Horst Hödicke turns away from the outside world and enters the domestic sphere. Hödicke captures everyday situations and objects such as cleaning supplies and coffee machines that otherwise receive little attention in artistic representation. Indeed, his paintings of urban spaces also often depict the trivial or unsightly, such as construction pits and traffic signs. His "little paintings from kitchen and toilet" are an amplification of this principle into the realm of the entirely unglamorous. Motifs such as the cleaning gloves turned into "hand puppets" are the most obvious proof of the subtle humor that constantly pervades Hödicke's work.

Hödicke exposes the view behind the scenes of the domestic facade. An open toilet seat can be found here, as well as cleaning gloves hung over a bucket to dry or an assembly of toiletries on the sink. Human protagonists are not visible, but they leave obvious traces of their actions: a piece of clothing has been left next to a washing machine as if it had been hastily filled or emptied, the freshly fried egg is ready to be eaten at any moment, a pan has been left on the stove and the beverage carton is already torn. The depiction of kitchen and toiletry items has a long tradition in art history dating back to the 16th century. Beyond that, Hödicke’s stylistic proximity to Pop Art is evident not only through the strong colors, but also through the choice of motif, as Claes Oldenburg, for example, had already discovered the toilet as a subject for his art in the 1960s.

The tension in Hödicke' works arises to a considerable extent from their medium. Painting is, ideally and technically speaking, the antithesis of the snapshot; not so with Karl Horst Hödicke. He says of himself that he is a fast painter. He never uses oil paints, their texture is too thick, thus making the painting process too slow. Hödicke mixes his own colors so that he can apply them directly, creating the almost sketchy lightness of his style. The gestural power of Hödicke's painting is also evident in the works shown in the exhibition, as is the tendency towards abstraction. Three-dimensional objects become color surfaces and yet he remains connected to figurative painting, the objects always retain their recognizable form. Hödicke has always consistently painted what surrounds him. And these are often the very mundane things of everyday life.


Karl Horst Hödicke (*1938 in Nuremberg/Germany) is a contemporary German artist known for his neo-expressionist paintings.
After moving to Berlin in 1957, Hödicke became one of the spokesmen for a small group of boisterous young critical minds who wanted to revolutionize painting. Along with Georg Baselitz, Jörg Immendorf, and A.R. Penck, Hödicke was a pioneer of German Neo-Expressionism and New Figuration. In 1978, he was one of the main protagonists and drivers of the Junge Wilde movement, which emerged in German-speaking countries in opposition to established minimal and conceptual strategies. As a professor at the Hochschule der Künste in Berlin, he influenced subsequent generations of painters for decades.
Karl Horst Hödicke has had a retrospective of his work on view at the Staatliche Graphische Sammlung in Munich in 2020 and at the Palais Populaire in Berlin from 2020 to 2021. Currently, his works are part of the group exhibition "German Pop - Thomas Bayrle, K.H. Hödicke, Jörg Immendorf, Sigmar Polke, Gerhard Richter" at the Museum Brandhorst in Munich. Karl Horst Hödicke lives and works in Berlin.

KARL HORST HÖDICKE
KLEINE BILDER AUS KÜCHE UND KLO
18. März - 18. APRIL 2021
KÖNIG GALERIE CHAPEL

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Die KÖNIG GALERIE freut sich, mit KLEINE BILDER AUS KÜCHE UND KLO die dritte Einzelausstellung mit Werken von Karl Horst Hödicke zu präsentieren.

In seiner Werkserie KLEINE BILDER AUS KÜCHE UND KLO (2002-2003) wendet Karl Horst Hödicke sich von der Außenwelt ab und dringt tief in die häusliche Sphäre ein. Hödicke bannt alltägliche Situationen und Gegenstände wie Putzmittel und Kaffeemaschinen auf die Leinwand, die sonst wenig Beachtung in der künstlerischen Darstellung finden. Auch seine Bilder von urbanen Räumen zeigen oft Nebensächliches oder Unansehnliches, wie Baugruben und Verkehrszeichen. Seine „kleinen Bilder aus Küche und Klo“ sind eine Steigerung dieses Prinzips auf die Ebene des komplett Unglamourösen. Motive wie die zu „Handpuppen“ drapierten Putzhandschuhe sind dabei der offensichtlichste Beweis für den hintergründigen Humor, der Hödickes Werk konstant durchzieht.

Hödicke legt den Blick hinter die Kulissen der heimischen Fassade frei. Eine offene Toilette findet sich hier genauso, wie zum Trocknen über einen Eimer gehängte Putzhandschuhe oder die Ansammlung von Hygieneartikeln auf dem Waschbecken. Menschliche Protagonisten sind nicht zu sehen, doch sie hinterlassen deutliche Spuren ihres Handelns. Neben der Waschmaschine ist ein Kleidungsstück liegen geblieben, als wäre sie in aller Hast befüllt oder geleert worden, das frisch gebratene Spiegelei steht bereit, um jeden Moment verspeist zu werden, die Pfanne steht noch auf dem Herd und der Getränkekarton ist bereits angerissen. Die Abbildung von Gegenständen aus der Küche hat eine lange Tradition. Schon seit dem 16. Jahrhundert finden sich in der Kunstgeschichte Darstellungen von Küchenstücken. Daneben zeigt sich eine stilistische Nähe zur Pop Art nicht nur durch die kräftige Farbigkeit, sondern auch durch die Motivwahl, hatte doch beispielweise Claes Oldenburg die Toilette bereits in den 1960er Jahren als Objekt für sich entdeckt.

Die Spannung in Hödickes Werken ergibt sich zu einem wesentlichen Teil aus ihrem Medium. Malerei ist, ideell und technisch gesehen, der Gegenentwurf zum Schnappschuss, doch nicht so bei Karl Horst Hödicke. Er sagt über sich selbst, er sei ein schneller Maler. Nie nutzt er Ölfarben, zu zäh ist deren Textur und damit der Malprozess. Hödicke mischt sich seine Farben selbst an, um sie direkt auftragen zu können, was die teilweise fast skizzenhafte Leichtigkeit seines Duktus ermöglicht. Die gestische Kraft von Hödickes Malerei zeigt sich auch in den Arbeiten der Ausstellung, genauso wie eine Tendenz ins Abstrakte. Dreidimensionale Objekte werden zu Farbflächen und doch bleibt er der figürlichen Malerei verbunden, die Gegenstände behalten immer ihre erkennbare Form. Hödicke malte schon immer konsequent was ihn umgibt. Und das sind eben oft auch die ganz profanen Dinge des Alltags.


Karl Horst Hödicke (*1938 in Nürnberg/Deutschland) ist ein zeitgenössischer deutscher Künstler, der für seine neo-expressionistischen Gemälde bekannt ist. Nach seinem Umzug nach Berlin im Jahr 1957 wurde Hödicke einer der Sprecher einer kleinen Gruppe ungestümer junger kritischer Köpfe, die die Malerei revolutionieren wollten. Hödicke war mit Georg Baselitz, Jörg Immendorf und A.R. Penck ein Wegbereiter des deutschen Neoexpressionismus und der Neuen Figuration. Er gehörte 1978 zu den Hauptprotagonisten und Treibern der Jungen Wilden, die im deutschsprachigen Raum in Opposition zu den etablierten Minimal- und Konzeptstrategien entstanden sind. Als Professor an der Hochschule der Künste in Berlin prägte er jahrzehntelang nachfolgende Malergenerationen. Karl Horst Hödicke hat 2020 eine Retrospektive seiner Arbeit in der Staatlichen Graphischen Sammlung in München und 2020 bis 2021 im Palais Populaire in Berlin gezeigt. Zurzeit sind seine Werke Teil der Gruppenausstellung „German Pop – Thomas Bayrle, K.H. Hödicke, Jörg Immendorf, Sigmar Polke, Gerhard Richter“ im Museum Brandhorst in München. Karl Horst Hödicke lebt und arbeitet in Berlin.