Johannes Kahrs | AT HALL ART FOUNDATION
SCHLOSS DERNEBURG | 6.9.2020–29.11.2021
JOHANNES KAHRS
AT HALL ART FOUNDATION
SCHLOSS DERNEBURG


Opening September 2020. Together with the Hall Art Foundation, KÖNIG GALERIE is pleased to announce an exhibition by German artist, Johannes Kahrs to be held at its Schloss Derneburg location. Kahrs is best known for transforming found images into enigmatic and evocative figurative paintings and drawings. The show will include over 20 works that trace the evolution of his practice over a period of twenty years.

 

As the starting point for all his paintings and drawings, Kahrs uses photos culled from the mass media, advertisements, film stills, and sometimes images from his own photographic archive. Through the use of various pictorial treatments including shifting tones, blurring, cropping, repositioning, fragmenting and erasing, Kahrs abstracts and ambiguates his subjects, while echoes of the original source image remain visible. Disassociated from their original context, any explicit meaning or narrative connected with each subject is suspended – the viewer is left guessing about what exactly is being portrayed and why.

 

In works like Therapy (stich) (2004), a close-up view of a male torso is presented. The subject has been “beheaded” out of the composition, and the edges of his body blurred into a deep black ground. Through a shift of perspective, the subject in Untitled (2005) also appears to be headless and out-of-focus. In both paintings, Kahrs renders his figure in a fleshy, carnal, bruise-toned palette. The images are imbued with a raw and intense physicality – a sensation of eroticism is mixed with violence.

 

The physical interaction between his work and the viewer has been of significant importance to Kahrs. For decades, he framed many of his paintings and drawings behind glass as a way of imposing a barrier between the viewer and the inner world of the picture, while simultaneously allowing the viewer to see themselves reflected in the composition through the glass surface. In works like Silent Depression (1999), Kahrs takes this strategy a step further by painting a rounded black border around the edges of the canvas so that it resembles a television screen. Within the rounded black border is a close-up view of a man’s face shown screaming in pain, terror or anger. The face has been blurred and painted in a brushy way that gives it the effect of a paused video still. In Silent Depression, the viewer is confronted with a powerful portrayal of an intensely psychological moment and is forced to see themselves within it.


Johannes Kahrs was born in Bremen, Germany in 1965. His work has been the subject of numerous solo museum exhibitions including shows held at FRAC Île-de-France, Paris (2016); Kunsthalle Nürnberg, Germany (2014); Staatliche Kunstsammlungen, Dresden (2013); Centre PasquArt, Biel (2012); GAMeC, Bergamo (2007); Parasol Unit Foundation for Contemporary Art, London (2006); and Künstlerhaus Bethanien in Berlin (2002). His show ‘A-h’ travelled from Kunstverein München, Munich (2001) to FRAC des Pays de la Loire, Carquefou (2001) and S.M.A.K., Ghent (2001).  His work is represented in the permanent collections of major museums worldwide including the Centre Georges Pompidou, Paris; Museum of Contemporary Art, Los Angeles; Dallas Museum of Art; UCLA Hammer Museum, Los Angeles; Museum of Modern Art, New York; Museu Serralves, Porto; SFMoMA, San Francisco; and S.M.A.K., Ghent. Kahrs currently lives and works in Berlin.

 

Johannes Kahrs is represented by KÖNIG GALERIE Berlin, London, Tokyo and Zeno X Gallery, Antwerp.

 

 

Johannes Kahrs is part of Berlin kommt nach Niedersachsen, a series of four exhibitions centered around the works of artists living and working in Berlin. Johannes Kahrs is presented concurrently with solo exhibitions of work by Katharina Grosse, Karl Horst Hödicke and Szene Berlin, a group show including approximately 30 paintings, sculptures, photographs, and videos by over two dozen Berlin-based artists, created from the early 1990s to works completed this year.

 

Please visit www.hallartfoundation.org for further details and tickets.

 

JOHANNES KAHRS
AT HALL ART FOUNDATION
SCHLOSS DERNEBURG


Eröffnung im September 2020. Die KÖNIG GALERIE freut sich gemeinsam mit der Hall Art Foundation bekannt geben zu können, dass sie im Schloss Derneburg eine Ausstellung mit Werken des Künstlers Johannes Kahrs veranstalten wird. Kahrs ist besonders dafür bekannt, dass er vorgefundene Bilder in rätselhafte und sinnträchtige figurative Gemälde und Zeichnungen verwandelt. Die Ausstellung wird über 20 Werke umfassen, die die Evolution seines Schaffens über einen Zeitraum von zwanzig Jahren nachverfolgbar machen.

 

Als Ausgangspunkt all seiner Gemälde und Zeichnungen verwendet Kahrs Fotos, die er aus Massenmedien, Werbeanzeigen, als Standfotos aus Filmen und gelegentlich seinem eigenen Fotoarchiv entnimmt. Unter Verwendung verschiedener Bildbearbeitungstechniken, darunter die Änderung von Tonwerten, Schaffung von Unschärfen, Beschneiden, Verschieben, Zerschneiden und Löschen abstrahiert Kahrs seine Vorlagen und macht sie uneindeutig, stets bleibt jedoch ein Widerhall der Vorlage sichtbar. Herausgenommen aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang wird jegliche mit der Vorlage verknüpfte ausdrückliche Bedeutung oder Aussage aufgehoben - der Betrachter muss raten, was genau dargestellt ist und wieso.

 

In Werken wie Therapy (Stich) (2004) wird eine Nahaufnahme eines männlichen Torsos gezeigt. Der dargestellte Körper wurde durch die Anordnung in der Bildfläche „geköpft“ und seine Umrisse gehen unscharf in einen schwarzen Hintergrund über. Durch eine Änderung der Perspektive erscheint auch die Figur in Untitled (2005) ohne Kopf und unscharf. In beiden Gemälden stellt Kahrs seine Figuren in Farben dar, die fleischig, sinnlich, wie die Farben von Prellungen wirken. Die Bilder sind durchtränkt von einer rohen und intensiven Körperlichkeit - ein Gefühl von Erotizismus gemischt mit Gewalttätigkeit.

 

Die physische Wechselwirkung zwischen seinen Werken und ihren Betrachtern war für Kahrs stets von großer Bedeutung. Jahrzehntelang setze er viele seiner Gemälde und Zeichnungen in Rahmen hinter Glas, um eine Barriere zwischen den Betrachtern und der inneren Welt des Werkes zu errichten und dennoch den Betrachtern gleichzeitig die Möglichkeit zu geben, sich selbst durch die Glasfläche in dem Werk reflektiert zu sehen. In Werken wie Silent Depression (1999) geht Kahrs damit noch einen Schritt weiter, indem er einen abgerundeten schwarzen Rahmen um die Ränder der Leinwand malt, so dass sie wie ein Fernsehbildschirm wirkt. Innerhalb des abgerundeten schwarzen Rahmens sieht man eine Nahaufnahme des Gesichts eines Mannes, der vor Schmerz, Angst oder Wut schreit. Das Gesicht ist unscharf und mit deutlich sichtbaren Pinselspuren gemalt und wirkt deshalb wie ein Bild aus einem angehaltenen Video. In Silent Depression werden die Betrachter mit der ausdrucksstarken Darstellung eines intensiven psychologischen Momentes konfrontiert und dazu gezwungen, sich selbst darin zu sehen.


Johannes Kahrs wurde 1965 in Bremen, Deutschland, geboren. Seine Werke wurden in vielen Einzelausstellungen in Museen gezeigt, darunter FRAC Île-de-France, Paris (2016); Kunsthalle Nürnberg, Deutschland (2014); Staatliche Kunstsammlungen, Dresden (2013); Centre PasquArt, Biel (2012); GAMeC, Bergamo (2007); Parasol Unit Foundation for Contemporary Art, London (2006) und Künstlerhaus Bethanien in Berlin (2002). Seine Ausstellung ‘A-h’ reiste vom Kunstverein München (2001) zum FRAC des Pays de la Loire, Carquefou (2001) und zum S.M.A.K., Gent (2001).  Seine Werke werden in den Dauerausstellungen führender Museen weltweit gezeigt, unter anderem im Centre Georges Pompidou, Paris; Museum of Contemporary Art, Los Angeles; Dallas Museum of Art; UCLA Hammer Museum, Los Angeles; Museum of Modern Art, New York; Museu Serralves, Porto; SFMoMA, San Francisco und S.M.A.K., Gent. Kahrs lebt und arbeitet zur Zeit in Berlin.

 

Johannes Kahrs wird vertreten von der KÖNIG GALERIE Berlin, London, Tokio, und der Zeno X Gallery, Antwerpen.

 

Die Werke von Karl Johannes Kahrs sind Teil von Berlin kommt nach Niedersachsen, einer Reihe von vier Ausstellungen, die sich auf Werke von in Berlin lebenden und arbeitenden Künstlern konzentriert. Die Arbeiten von Johannes Kahrs werden gleichzeitig mit Werken von Katharina Grosse, Karl Horst Hödicke und Szene Berlin - einer Gruppenausstellung mit circa 30 Gemälden, Skulpturen, Fotografien und Videos von mehr als einem Dutzend in Berlin ansässigen Künstlern, geschaffen in einem Zeitraum ab den frühen 1990er Jahren bis zu diesem Jahr, gezeigt.

 

Weitere Informationen und die Möglichkeit, Eintrittskarten zu buchen, finden unter www.hallartfoundation.org.