Jeppe Hein | Nothing is as it appears
König Galerie | 21.2.–19.4.2020
JEPPE HEIN
NOTHING IS AS IT APPEARS
21 FEBRUARY – 19 APRIL 2020
ST. AGNES | CHAPEL

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KÖNIG GALERIE presents Nothing is as it appears, an exhibition of recent worksby Danish artist Jeppe Hein, on view in the Chapel of St. Agnes from February 21st through April 12th, 2020. This is Hein’s tenth solo exhibition with the gallery.

Nothing is as it appears exhibits sculptural objects that bring viewers closer to themselves, to their environment, and to each other. The exhibition relates to the same-titled book which invites people to discover the subtle connection between yoga and Hein‘s art. Referring to different yoga poses, or asanas (body positions), sometimes a work’s relationship to a pose is presented playfully, as tongue-in-cheek. Other times, the connection is more fundamental to an assembled,
coherent whole.

In one piece titled On a Journey to Myself, the titular words glow in white neon letters behind a two-way mirror. Hein’s use of reflective surfaces allows for a more thoughtful appreciation of our co-existence with others. Juxtaposing the Padmasana or Lotus pose — an asana that traditionally draws attention to one’s body — the pronoun “myself” calls out to viewers, situating them in a mirrored reflection and thereby in the embodied present moment.

In Fold II two square mirrors with four subtle folds are mounted onto a wall. The creased reflections produce a fragmented view of the surrounding area, enabling viewers to see different parts of the room simultaneously. Juxtaposing the asana
Extended Triangle (Utthita Trikonasana) with Fold II, an idea of unexpected and extended perspectives will awaken. In another work, titled Breath, an array of glass spheres encapsulate the practice of Pranayama (composed of the Sanskrit
words prana = life energy, and ayama = control and expansion). The intensity of the artist’s breath has determined the size of each glass sphere, while the overall number of spheres corresponds to the number of breaths needed to create
a single one.

As both book and exhibition, Nothing is as it appears inspires a more open view of the world. This new point of view becomes more than a symbol of introspection: it connects things together that might seemingly have nothing
to do with each other. In this way, the exhibition recreates an insight specific to a meditative frame of mind. Encouraging viewers to re-examine and question the world, one might leave the Chapel of St. Agnes with a more poignant sense
of the interconnectedness always brimming just below the surface of awareness.

Text: Jeffrey Grunthaner

JEPPE HEIN
NOTHING IS AS IT APPEARS
21. FEBRUAR – 19. APRIL 2020
ST. AGNES | CHAPEL

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Die KÖNIG GALERIE präsentiert mit Nothing is as it appears eine Ausstellung mit aktuellen Arbeiten des dänischen Künstlers Jeppe Hein, die vom 21. Februar bis 12. April 2020 in der Kapelle der St. Agnes Kirche zu sehen ist. Es ist Heins zehnte Einzelausstellung in der Galerie.

Nothing is as it appears zeigt skulpturale Objekte, die die Betrachter sich selbst, ihrer Umgebung und auch einander näherbringen. Die Ausstellung bezieht sich auf das gleichnamige Buch, das dazu einlädt, die subtile Verbindung zwischen der Praxis des Yoga und Heins Kunst zu entdecken. Unter Bezugnahme auf verschiedene Yoga-Posen, auch Asanas (Körperpositionen) genannt, wird das Verhältnis eines Werkes zu einer Pose zuweilen spielerisch mit einem Augenzwinkern dargestellt. In anderen Fällen ist die Verbindung jedoch grundlegender und bezieht sich auf ein zusammenhängendes Ganzes.

In einer Arbeit mit dem Titel On a Journey to Myself leuchten die Titelwörter in weißen Neonbuchstaben hinter einem halbdurchlässigen Spiegel. Heins Verwendung reflektierender Oberflächen schärft das Bewusstsein für unser Zusammenleben mit anderen. In der Gegenüberstellung der Padmasana- oder Lotus-Pose – einer Asana, die traditionell die Aufmerksamkeit auf den Körper lenkt – ruft das Pronomen „myself“ den Betrachtern zu und platziert sie so in eine gespiegelte Reflexion und damit in den verkörperten gegenwärtigen Moment.

In der Arbeit Fold II sind zwei quadratische Spiegel mit vier feinen Rissen an einer Wand angebracht. Die gebrochenen Reflexionen erzeugen eine fragmentierte Sicht auf die Umgebung, sodass die Betrachter verschiedene Teile des Raumes gleichzeitig sehen können. Die Gegenüberstellung der Asana des ausgestreckten Dreiecks (Utthita Trikonasana) mit Fold II evoziert so ein Nachdenken über unerwartete und erweiterte Perspektiven. In einer weiteren Arbeit mit dem Titel Breath bringt eine Reihe von Glaskugeln die Praxis des Pranayama auf den Punkt (zusammengesetzt aus den Sanskrit-Wörtern prana = Lebensenergie und ayama = Kontrolle und Ausdehnung). Die Intensität des Atems des Künstlers hat die Größe jeder einzelnen Glaskugel bestimmt, während die Gesamtzahl der Kugeln der Anzahl der Atemzüge entspricht, die zur Erzeugung einer einzigen Kugel erforderlich sind.

Sowohl in Buchform als auch als Ausstellung animiert Nothing is as it appears zu einer offeneren Sicht auf die Welt. Diese neue Sichtweise ist aber mehr als ein Ausdruck der Introspektion: Sie verbindet Dinge miteinander, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben. Auf diese Weise schafft die Ausstellung einen Einblick, der für eine meditative Geisteshaltung spezifisch ist. Dazu ermutigt, die Welt neu zu betrachten und zu hinterfragen, verlassen wir die Kapelle von St. Agnes mit einem durchdringenderen Gefühl für die Verbundenheit der Dinge, das immer knapp unter der Oberfläche des Bewusstseins sprudelt.

Text: Jeffrey Grunthaner