Andreas Schmitten | Stehend im raum
Kunstverein Bremerhaven, Bremerhaven, Germany | 30.6.–25.8.2019
Andreas Schmitten
STEHEND IM RAUM

Absolventen-, Kunst- und Förderpreise, Stipendien, Galerieausstellungen im In- und Ausland, die Teilnahme an Gruppenausstellungen etwa in der Bundeskunsthalle, Einzelausstellungen wie beispielsweise im Kurhaus Kleve und Ankäufe von größeren öffentlichen Sammlungen in weniger als einem Jahrzehnt nach dem Ende der Ausbildung, deuten auf ein besonderes Interesse in der Kunstwelt hin. Bei dem Künstler, dessen Werk diese bemerkenswerte Beachtung findet, handelt es sich um Andreas Schmitten. Andreas Schmitten (*1980) studierte Philosophie an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf sowie im Anschluss gleichfalls in Düsseldorf bildende Kunst an der Academy of Fine Arts / Kunstakademie. 2012 schloss er sein Studium ab. Seither erfährt er, erfahren seine Werke das eingangs skizzierte Interesse.Bei seinen Werken handelt es sich um freistehende Skulpturen, um skulptural bespielte Vitrinen, die als „gebaute Bilder“ beschrieben wurden, an der Wand oder im Raum, um Modelle, um Installationen sowie um Zeichnungen und Bildergeschichten. Die von ihm verwendete Materialvielfallt ist groß. Sie reicht von Holz, Stoffen, Nadeln und Garnen über verschiedene Kunststoffe und Metalle, Leuchtstoffröhren oder LED‘s bis zu Acryllack, Bunt- und Pigmentstiften sowie Papier und Pappe. Allen Kunstwerken gemeinsam ist eine präzise Ausführung, eine zumeist freundliche, auffällige Farbigkeit, eine makellose Oberfläche, Glanz mit und ohne Beleuchtung, bisweilen Opulenz und eine betörend schöne Formgebung sowie die Anmutung einer Erkennbar- oder Lesbarkeit.Tatsächlich lassen sich einige Werke beziehungsweise deren Bestandteile zunächst eindeutig erkennen, so auch bei den Vitrinen, die in der Kunsthalle Bremerhaven zu sehen sein werden. Auch die Zeichnungen oder Bildergeschichten lassen sich erkennen. Sie zeigen Geschichten oder können als Handlungsanweisungen gelesen werden. Doch trotz dieser Klarheit, trotz der freundlichen Farbigkeit und der makellosen Ausführung stellt sich nicht selten eine Melange aus Faszination und Befremden ein. Denn der schöne Anschein kontrastiert mit paradoxen, skurrilen Geschichten, mit Verfall und Vergänglichkeit oder einer geradezu kühlen, abweisenden formalen Konsequenz.