Andreas Schmitten | | Museum Kurhaus Kleve, Germany | 13.5.–26.8.2018
Andreas Schmitten

13.05.-26.08.2018


Im Frühjahr und Sommer 2018 zeigt das Museum Kurhaus Kleve die erste museale Einzelausstellung des Konzeptkünstlers und Bildhauers Andreas Schmitten (*1980 Mönchengladbach). Andreas Schmitten ist für seine raumgreifenden und hochkomplexen Installationen bekannt, die sich aus einer Synthese von inhaltlicher Kraft, opulenter Ästhetik und formalem Reiz zusammensetzen. Er inszeniert Figuren, Objekte und Interieurs als lustvolle farbexplosive Bild- und Phantasiewelten. Archetypische Symbole kombiniert er mit ungeahnten Bildfindungen und installiert sie mit der Ordnung der Mathematik oder unter unmöglichen Gesichtspunkten der Statik. Organische Materialien kombiniert er mit anorganischen – und kokettiert dabei im Nebengang mit ihren konventionellen Einsatzbereichen. Klarheit und Lesbarkeit sind ihm genauso wichtig wie Ästhetik und Opulenz.

Philosophisch und kunsthistorisch gebildet, streift Schmitten in seinem Œuvre wie zufällig künstlerische Strömungen des 20. Jahrhunderts – zu denen der Kubismus ebenso gehört wie das Bauhaus oder der Dadaismus. Sein Hang zum Surrealismus lässt ihn seine eigene Vergangenheit mit der gegenwärtigen Alltagswirklichkeit auf bildhafte, installative Weise verschränken, ohne dabei jemals ins Persönliche, gar Dramatische überzugehen.

Ausstellung in Kleve

Für die Ausstellung im Museum Kurhaus Kleve ist Andreas Schmitten tief in die Historie des Gebäudes eingetaucht, das im 18. und 19. Jahrhundert als exklusives Kurhaus inmitten barocker Gärten englisches Adelshaus gleichermaßen anzog wie russische Prinzessinnen oder niederländische Landschaftsmaler. Indem er eine regelrechte Märchenwelt aus Skulpturen, Zeichnungen, Aquarellen und raumgreifenden Installationen inszeniert, wagt er sich an den selbstbewussten wie ambitionierten Versuch, das ehemalige Badehaus und -hotel wiederzubeleben. 
Für Kleve kreiert Andreas Schmitten mehrere neue Skulpturen, Zeichnungen und Aquarelle, die ihre Aufstellung sogar im Außenraum des Museums erhalten. Seine höchst eleganten Skulpturen in handwerklicher Perfektion, sogenannte „Badende“, erinnern dabei zum Teil – nicht ohne eine Prise Ironie angesichts des „genius loci“ – an herkömmlich identifizierbare Objekte wie Waschbecken oder Weihwasserschalen.