Conny Maier | DOMESTIC
KÖNIG GALERIE I CHAPEL | 16.5.–14.6.2020
CONNY MAIER
DOMESTIC
MAY 16 – JUNE 14, 2020
ST AGNES CHAPEL

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KÖNIG GALERIE presents Domestic, an exhibition of current works by the painter Conny Maier. Maier’s often ironic-seeming pictures invite us to question contemporary organisation and the degree to which narratives from conventional motifs are created, used and remodelled. They focus on the extreme representation of the apparently everyday as a way of revisiting coded themes from a new perspective.

Domestic sees Maier continue her exploration of the relationship between humans and nature, the title of the exhibition itself alluding to the endeavour to domesticate and tame what is natural. Her collections of images and scenes primarily depict plants and creatures remodelled by humans to form a system of usage and regulation, the appropriation and subdivision of nature. Her plants appear uniform and striking for good reason: what Maier portrays is the human idea of flowers as brightly coloured, saccharine, rose-like blooms in perfect pinks, yellows and blues, purely for our enjoyment. The deer, too, in I brought flowers 1, is delicate and house-trained, nestling on the arm that holds it. The playful style of these pictures heightens the seriousness of the artist’s exploration of quintessential themes: nature as the wallpaper of humans, as their hedonistic starting point. The colourful blooms, which seem as though formed from wax, are destroyed as the characters she depicts gorge on them or stuff them into each other’s mouths. At the hands of Conny Maier, the early modernist romantic Déjeuner sur l’herbe (Luncheon on the Grass) becomes a feast of gluttony entitled Schwestern (Sisters).

Generic types stripped of any idiosyncratic qualities, with rubbery bodies and distorted faces, the humans in Maier’s paintings appear on a level with her uniformly depicted woodland creatures. Only when objectively equalised in this way are they revealed as the unwelcome intruder. The lightness and colour of  her paintings transmute into brutal representations of a hidden romanticism and love of nature — a notion alluded to in the series Verklärung I-III (Glorification I-III), where a nature is depicted that, rather than being a place of healing and refuge for humans, illustrates the misguidedness of their yearnings.

In Conny Maier’s paintings, the most rampant plant growth becomes a landscape of monoculture; the natural wilderness becomes a carefully cultivated garden — because the only way humans can realise their natural vision of nature and the world is by displacing their actual landscapes. In the paintings of Conny Maier, this fact becomes a utopian dislocation and dystopian game. Her scenes concentrate on the grey area between human constructs and ways of seeing on the one hand, and the underlying truth on the other — a further reason for her decision to create all of the paintings and graphic works for Domestic out in the open air.

Conny Maier lives and works in Berlin and Baleal, and has had shows in Berlin, Paris, Lisbon, Cologne, Memmingen, Ulm, Vienna and Los Angeles. The exhibition Im Trüben at Ruttkowski;68 heralded a new cycle of works dealing primarily with the relationship between humans and nature — a theme that is further explored in Domestic.

Text: Marlene A. Schenk


CONNY MAIER
DOMESTIC
16. MAI  – 14. JUNI 2020
ST AGNES CHAPEL

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Die KÖNIG GALERIE präsentiert mit Domestic eine Ausstellung mit aktuellen Arbeiten der Malerin Conny Maier. Ihre oftmals ironisch anmutenden Bilder erlauben die Frage nach zeitgenössischer Organisation und inwiefern Narrative aus herkömmlichen Motiven geschaffen, genutzt und umgeformt werden. Die Konzentration von Maiers Malerei liegt hierbei auf der extremen Darstellung eines vermeintlich Alltäglichen, um codierte Themenfelder neu  beleuchten zu können.

In Domestic führt Maier ihre Auseinandersetzung mit dem Verhältnis zwischen Natur und Mensch fort. Der Ausstellungstitel selbst verweist bereits auf den Versuch einer Domestizierung und Züchtigung von Natur. So untersucht die Künstlerin in ihren Bildergruppen und -szenen vor allem die Repräsentation von Gewächsen und Lebewesen, die vom Menschen zu einem Nutzungs- und Regulationssystem umformt, wurden: Natur wird sich angeeignet und unterteilt. Nicht grundlos erscheinen alle Pflanzen uniformiert und plakativ. Maier malt stets die Idee einer Blume, welche vom Menschen ausgeht. So wird jede Pflanze zu einem farbenfrohen, zwischen perfekten Rosa-, Gelb- und Blautönen alternierenden, rosenähnlichen und genießbaren Zuckergewächs. In I brought flowers 1 wird das Reh zum feinen und stubenreinen Haustier, das sich auf dem Arm tragen lässt. Der spielerische Duktus verstärkt nur die ernsthafte Auseinandersetzung der Malerin mit essentiellen Thematiken: Die Natur wird zur Tapete des Menschen und zu seinem hedonistischen Ausgangspunkt. Die dargestellten Personen vertilgen farbige Exemplare, die wie Wachsblumen wirken, füttern sich gegenseitig damit und stopfen ihre Mäuler. Aus dem romantischen Frühstück im Grünen der frühen modernen Malerei wird in Schwestern bei Conny Maier ein gieriges Festmahl.

Der Mensch wird in den Malereien von Maier mit der uniformen Darstellung der Lebewesen des Waldes gleichgestellt: entindividualisiert verfügt er über keine eigentümlichen Eigenschaften mehr, sein Körper wirkt gummiartig, das Gesicht verzerrt. Nur in dieser objektiven Gleichstellung gibt sich der Mensch als unwillkommener Eingreifer preis. Die farbenfrohen, leichten Malereien Maiers werden so zum brutalen Abbild einer verkappten Naturromantik. Darauf verweist auch die Reihe Verklärung I-III. Denn im Umgang mit ihr wird eine Natur sichtbar, die für den Menschen zwar Heilmittel sein soll und ein Refugium verkörpert, vielmehr aber eine Darstellung von fälschlicher Sehnsucht offenbart.
In Conny Maiers Malerei wird das maximal Wuchernde zu kultivierter Monokulturlandschaft, wilde Natur wird zu akkurat bepflanztem Garten. Die Tatsache, dass die natürliche Vorstellung des Menschen von Natur und Welt aber nur durch die Verdrängung der tatsächlichen Landschaft passieren kann, wird in Maiers Bildern zu utopischer Verschiebung und dystopischem Spiel. Die Szenen konzentrieren sich darauf, die Grauzonen zwischen menschlicher Konstruktion, ihrer Betrachtung und unterschwelliger Wahrheit auszuleuchten.  Auch deshalb entschied sich Maier dazu, alle Malereien und Papierarbeiten der Ausstellung Domestic in freier Natur anzufertigen.

Conny Maier arbeitet und lebt in Berlin und Baleal. Ihre Arbeiten wurden bereits in Berlin, Paris, Lissabon, Köln, Memmingen, Ulm, Wien und Los Angeles ausgestellt. Mit der Ausstellung Im Trüben bei Ruttkowski;68 läutete die Künstlerin einen neuen Werkzyklus ein, in dem sie sich vorrangig mit dem Verhältnis zwischen Natur und Mensch beschäftigt. Domestic ist eine Fortsetzung dieser Studien.

Text: Marlene A. Schenk