THREE POSITIONS. SIX DIRECTIONS. | CHAPTER II: DOOR TO THE FUTURE, WINDOW TO THE PAST | König Galerie | 17.2.–26.3.2017
with Aleksandar Duravcevic, Anselm Kiefer, Roman Ondak, Enoc Perez, Stephanie Syjuco, Matthias Weischer
As the title suggests, the very location of the exhibition is at the core of
its theme. ST AGNES both contains it and inspires it. A show in three parts
presents both impressions from and reactions to the architecture, the history,
and its current repurposing, as expressed through a changing group of works by
artists ranging from historical to contemporary and emerging. A single work
remains throughout the run of the three “chapters” over three months, Franz
Erhard Walther’s Drei Standstellen. Sechs Richtungen, 1977, serving as the
constant pulse of the exhibition as the space of the gallery is reconfigured
for each changing show.

Chapter II: door to the future, window to the past.

Aleksandar Duravcevic, Anselm Kiefer, Roman Ondak, Enoc Perez, Stephanie
Syjuco, Matthias Weischer

Time has a power to change our perspective on things, and the Brutalist
mentality was not immune to this. A movement that began in the 1950s with a
full embrace and execution of modernist ideals came pretty much to a halt by
the mid-1970s. The physical decay of the buildings in the decades that followed
was somewhat representative of the popular view of the buildings, a style of a
specific era equally maligned as it was admired. But as time has gone further
to the present, we are able to revisit the structures as more than a fashion of
a period but as a mentality that has as many valid applications today as they
did back then.

The works presented in this “chapter” utilize a similar anthropological
approach. Although dealing with questions and issues that are firmly rooted in
the present, these artists mine the past to gain deeper perspective and
understanding. The reference to history may be personal (i.e. Aleksandar
Duravcevic, Roman Ondak, Matthias Weischer), cultural (i.e. Enoc Perez,
Stephanie Syjuco) or philosophical and ideological (i.e. Anselm Kiefer), but
all bringing forth their investigations towards contemporary concerns.

This show was created in collaboration with r/e projects.

Wie der Titel andeutet, bildet der Ort der Ausstellung auch ihren thematischen Kern: ST. AGNES ist Inspirationsquelle und zugleich Schauraum. Die Ausstellung in drei Teilen zeigt Eindrücke der Architektur, ihrer Geschichte und Umwidmung zu einem neuen Zweck, sowie Reaktionen auf sie durch das Prisma wechselnder Arbeiten von älteren, zeitgenössischen und noch jungen Künstlern. Eine Arbeit bleibt dabei als Konstante in allen drei „Kapiteln“, die im Lauf von drei Monaten zu sehen sind, vor Ort: Franz Erhard Walthers Drei Standstellen. Sechs Richtungen (1977), die den Grundrhythmus der Ausstellung vorgibt, während der Galerieraum für jede Schau neu konfiguriert wird.

Kapitel II: Tür zur Zukunft, Fenster zur Vergangenheit.

Aleksandar Duravcevic, Anselm Kiefer, Roman Ondak, Enoc Perez, Stephanie Syjuco, Matthias Weischer

  

Mit der Zeit sehen wir Dinge oft unweigerlich anders; auch die Ideen, die dem Brutalismus zugrunde lagen, stellen sich heute neu dar. Eine Bewegung, die in den 1950ern angetreten war, die modernistischen Ideale ohne Abstriche umzusetzen, kam bis Mitte der 1970er weitgehend zum Erliegen. In dem Verfall, dem die Gebäude in den darauffolgenden Jahrzehnten ausgesetzt waren, spiegelte sich in gewisser Weise eine verbreitete Sichtweise auf den Stil einer bestimmten Zeit, den manche bewunderten, andere umso schärfer ablehnten. Aus größerem zeitlichem Abstand ist es heute möglich, sich diesen Bauten erneut zuzuwenden und in ihnen den Ausdruck nicht nur einer kurzlebigen Tendenz, sondern einer Geisteshaltung zu erkennen, die in vieler Hinsicht nichts von ihrer Gültigkeit verloren hat.

Die in diesem „Kapitel“ gezeigten Werke eint eine Art anthropologischer Herangehensweise. Die in der Schau versammelten Künstler setzen sich zwar mit durch und durch gegenwärtigen Fragen und Themen auseinander, gewinnen aber ihre Einsichten und ein tieferes Verständnis aus einer eingehenden Beschäftigung mit der Vergangenheit. In manchen Arbeiten stehen persönliche Geschichten im Vordergrund (so bei Aleksandar Duravcevic, Roman Ondak, Matthias Weischer), in anderen Aspekte der Kulturgeschichte (so bei Enoc Perez, Stephanie Syjuco) oder Fragen von Philosophie und Ideologie (so bei Anselm Kiefer), aber alle gelangen durch diese Erkundungen zu einem neuen Blick auf Themen von heute.

Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit r/e projects.