Karl Horst Hödicke | K.H. Hödicke Dessauerstrasse
Johann König | Dessauer Strasse 6 - 7 | OPEN THU - SAT 12 AM - 6 PM | 29.4.–28.5.2016
Press Release:

During the time of the Berlin Wall and in the decade of patchwork development that followed, the neighborhood around Dessauer Straße 6-7 was largely neglected and desolate. These years that led up to the city’s architectural and social overhaul were central to the German artist K.H. Hödicke’s oeuvre, as he painted such scenes in his nearby studio, capturing the distinctive spirit of his surroundings. KÖNIG GALERIE is pleased to present three large-scale paintings by the Berlin-based artist, each an expressive landscape view of the bridges and construction along the Landwehr Canal which surrounded Hödicke’s former studio, the same building where the gallery was later located in 2006.
 
The richly colored canvases are full of movement, as car headlights, glittering reflections, and lampposts contour the deep outlines of architecture, and the diffused action and growth of the capital city radiate against a dark night sky. A pioneering figure in the neo-expressionism of the 1980s and important inspiration for the Neue Wilde, Hödicke continually explores the vast urban environment of Berlin: be it shop windows, iconic buildings, construction sites, or the contours of its inner courtyards. The artist expresses a passionate view of a city undergoing rapid evolutions, exercising his wonderful capacity to capture historical elements in conjunction with the prevailing mood of each decade in which the work was created.
 
These images are only suggestively figurative and tend to verge on abstraction; the spontaneous brush strokes resemble musical notation. In fact, each title conveys some musical element: paratatatam appears to denote a rhythm; Partitur II translates as musical score; and La Paloma is a popular Spanish song. A cultural spirit emanates from these obscured cityscapes, by way of Hödicke’s lively painted gesture.
 
Born in Nuremberg in 1938, K. H. Hödicke moved to Berlin at the age of nineteen to pursue his studies at the Hochschule der Künste (now the Universität der Künste), where he would later teach as a professor from 1974 until 2006. A co-founder, in 1964, of Großgörschen 35, a revolutionary cooperative gallery in West Berlin, Hödicke has continued to make a profound mark on the Berlin art scene. His prolific body of work includes paintings, sculptures, and films, and was recently the subject of a major retrospective at Berlinische Galerie.
 
Text: Kate Brown

For more information and images please contact rachel@koeniggalerie.com or telephone +49 30 261 030 822. Johann König is open Thursday through Saturday, 12 - 6pm and by appointment. Gallery Weekend Berlin opening hours: Saturday 30 April & Sunday 1 May, 11am – 7pm



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Zu Mauerzeiten und in dem von planloser Stadtentwicklung gekennzeichneten ersten Jahrzehnt danach bot die Gegend um die Dessauer Straße 6–7 ein vernachlässigtes und trostloses Bild. Diese Zeit vor den architektonischen und gesellschaftlichen Umwälzungen, die die Stadt inzwischen erfasst haben, war zentral für das Werk des deutschen Malers K.H. Hödicke: In seinem nahegelegenen Atelier übersetzte er solche Szenen in Bilder, die den ganz eigenen Geist seiner Umgebung einfangen. GALERIE KÖNIG freut sich, drei großformatige Gemälde des Berliner Künstlers zu präsentieren. Jede zeigt in breit angelegter expressiver Darstellung die Brücken und Baustellen entlang des Landwehrkanals rund um das ehemalige Atelier des Künstlers – später, im Jahr 2006, bezog die Galerie Räume im selben Gebäude.

Die farbenprächtigen Leinwände sind voller Bewegung: Autoscheinwerfer, glitzernde Reflexionen und Laternenmasten entwerfen die sich in die Tiefe erstreckenden Umrisse der Architektur, während das diffuse Treiben und Wachstum der Hauptstadt vor einem dunklen Nachthimmel aufleuchten. Hödicke, ein Wegbereiter des Neoexpressionismus der 1980er Jahre und wichtige Inspirationsquelle der Neuen Wilden, erkundet immer wieder neue Aspekte der unüberschaubaren Berliner Stadtlandschaft: Schaufenster, architektonische Wahrzeichen, Baustellen, die charakteristischen Linien der Innenhöfe. In den Bildern kommen eine leidenschaftliche Aufmerksamkeit für den rasanten Wandel der Stadt und die großartige Fähigkeit des Künstlers zum Ausdruck, Historisches in Verbindung mit der typischen Stimmung der Phase der Stadtgeschichte, in der das Bild entstand, einzufangen.

Gegenständlichkeit ist in diesen Gemälden, die sich an der Grenze zur Abstraktion bewegen, nur angedeutet; die spontanen Pinselstriche lassen an musikalische Notation denken. Verstärkt wird dieser Eindruck durch die auf Musik verweisenden Titel: paratatatam bezeichnet einen Rhythmus, während La Paloma ein beliebtes spanisches Lied ist, bei Partitur II wird der Subtext vollends explizit. Vermittelt durch Hödickes lebhafte malerische Gestik strahlen diese verschleierten Ansichten den eigenen Geist städtischer Kultur aus.

K.H. Hödicke wurde 1938 in Nürnberg geboren und kam als 19-jähriger nach Berlin, um an der Hochschule der Künste (heute Universität der Künste) zu studieren, an der er dann von 1974 bis 2006 eine Professur innehatte. 1964 war er Mitbegründer der bahnbrechenden Galeriekooperative Großgörschen 35 und auch danach drückte er der Berliner Kunstszene immer wieder seinen Stempel auf. Sein umfangreiches Oeuvre umfasst Gemälde, Skulpturen und Filme und war unlängst im Rahmen einer großen Retrospektive in der Berlinischen Galerie zu sehen.

Text: Kate Brown

Für weitere Informationen und Bilder wenden Sie sich bitte an samira@koeniggalerie.com oder rufen Sie uns unter +49 30 261 030 814 an. Johann König ist Donnerstags bis Samstags von 12 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung geöffnet. Gallery Weekend Berlin Öffnungszeiten: Samstag 30 April & Sonntag 1 Mai, 11 bis 19 Uhr.