Kiki Kogelnik | Works from 1962-1968
König Galerie | 6.2.–17.4.2016
KÖNIG GALERIE is pleased to present a solo exhibition by Kiki Kogelnik (1935-1997) in the chapel of the former St. Agnes Church. 

Kogelnik’s second exhibition at KÖNIG GALERIE focuses on a production period in the mid-1960s, shortly after Kogelnik moved from Europe to New York in 1961. This was an era of international upheaval, the looming tensions of the Cold War and the Space Race were at their height and fears of imminent nuclear warfare disrupted any sense of security. Likewise, it was an age for the young. Only in her mid-twenties at the time, Kogelnik was among the first generation to witness the promise of a glittering new age of American politics and the rise of the military industrial complex, all broadcast over the recently introduced color television. Movements addressing gender and racial inequalities were in full swing, as was the sexual revolution. In this maelstrom of change, the Austrian-born painter produced a vibrant body of socio-political and personal appraisals addressing a world with an uncertain future. 

When understood within the context of the era, Kogelnik’s works convey the unrest and optimism that were a result of the promises offered by advances in technology, science, space exploration, communication, and medicine. Rendered through a confident layering of eerily weightless bodies and body fragments, machines, robots, and shapes, the tension of the imagery contrasts its bright, playful colors. Kogelnik’s flattened, fractured vision is an unsettling meditation on human existence and the singularity of the individual and their emotions within a context of the greater whole. 

The works in the exhibition were produced during the same period as the conception and construction of St. Agnes Church. Much like the brutalist architecture of the building, Kogelnik’s paintings and drawings seem to be a reaction to the frivolity of the past and the effect of an increasingly mechanized world on both the body and emotions. Here, the architecture and Kogelnik’s work reveal their elemental nature while unpretentiously exploring the dualistic optimism and moral seriousness of the time. 

– Alicia Reuter

Kiki Kogelnik was born in 1935 in Graz, Austria and died in 1997. She lived and worked in New York and Vienna. Selected solo exhibitions were held at Modern Art Oxford, UK (2015); Simone Subal Gallery, New York, USA (2014); KÖNIG GALERIE, Berlin, Germany (2013); Kunsthalle Krems, Austria (2013) and Hamburger Kunstverein, Germany (2012). Her work was part of Tate Modern’s blockbuster exhibition The World Goes Pop, London, UK (2015) and was featured in group shows at Louisiana Museum of Modern Art, Humlebæk, Denmark (2013); Moderna Museet, Stockholm, Sweden (2013); Kunsthalle Wien, Vienna, Austria (2010) and at the Brooklyn Museum, New York, USA (2010) amongst others. Earlier selected solo exhibitions include Österreichische Galerie Belvedere, Vienna, Austria (retrospective, 1998); MAK – Museum of Applied Arts, Vienna, Austria (1996); the Kärntner Landesgalerie, Klagenfurt, Austria (retrospective, 1989); the Austrian Institute, New York, USA (1965); Galerie Kornfeld, Zurich, Switzerland (1978) and Galerie nächst St. Stephan, Vienna, Austria (1961).

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KÖNIG GALERIE freut sich Kiki Kogelnik (1935-1997) in einer Einzelausstellung in der ehemaligen Kapelle von St. Agnes zu präsentieren.

Im Zentrum der zweiten Ausstellung Kogelniks in der KÖNIG GALERIE steht eine Schaffensperiode, die Mitte der 1960er Jahre kurz nach der Übersiedlung der Künstlerin von Europa nach New York im Jahr 1961 beginnt. Diese Epoche ist von internationalen Umbrüchen geprägt. Die angespannte Lage infolge des Kalten Krieges und des Wettlaufs ins All spitzt sich zu und die Angst vor einem unmittelbar bevorstehenden Atomkrieg beeinträchtigt jegliches Gefühl der Sicherheit. Gleichzeitig ist dies das Zeitalter der Jugend. Kogelnik, damals erst Mitte Zwanzig, gehört zur ersten Generation, die auf dem Bildschirm des jüngst eingeführten Farbfernsehers die Verheißung eines neuen glänzenden Zeitalters Amerikanischer Politik und den Aufstieg des militärisch-industriellen Komplexes miterlebt. Bewegungen zu Gender und Rassenungleichheit und auch die sexuelle Revolution sind in vollem Gange. In dieser ungestümen Zeit des Wandels, entsteht ein dynamisches Werk gesellschaftspolitischer und persönlicher Bestandsaufnahmen der in Österreich geborenen Künstlerin. Sie zeigen ihre Auseinandersetzung mit einer Welt von ungewisser Zukunft.

Im Kontext ihrer Entstehungszeit betrachtet, vermitteln die Werke Kogelniks die Unruhe und den Optimismus dieser Epoche, die sich aus dem vielversprechenden Vorsprung durch Technik, Wissenschaft, Weltraumerforschung, Kommunikation und Medizin ergeben. Als souverän ausgeführte Überlagerungen erzeugen die Darstellungen unheimlicher, schwereloser Körper und Körperfragmente, Maschinen, Roboter und Gestalten ein Unbehagen, das im Kontrast zu der leuchtenden, spielerischen Farbigkeit der Bilder steht. Im Zusammenhang mit dem größeren Ganzen, ergibt sich aus der abgeflachten, zerlegten Vision Kogelniks eine beunruhigende Betrachtung der menschlichen Existenz und der Eigentümlichkeit des Individuums und seiner Emotionen.

Die Werke der Ausstellung entstehen im gleichen Zeitraum wie der Bau der St. Agnes Kirche. Ganz wie die brutalistische Architektur des Bauwerks, scheinen die Gemälde und Zeichnungen Kogelniks eine Reaktion auf die Leichtsinnigkeit der Vergangenheit und die Auswirkungen einer zunehmend technisierten Welt auf Körper und Emotionen zu sein. Darin liegt die Essenz der brutalistischen Architektur und des Werks Kogelniks. Mit Aufrichtigkeit und Offenheit setzen sie sich mit dem dualistischen Optimismus und der moralischen Ernsthaftigkeit der Zeit auseinander.

- Alicia Reuter

Kiki Kogelnik (geboren 1935 in Österreich) lebte und arbeitete in New York, und Wien. Sie starb 1997 in Wien. Zuletzt wurde ihr Werk in Einzelausstellungen im Modern Art Oxford, UK (2015); in der Simone Subal Gallery, New York, USA (2014); bei Johann König, Berlin, Deutschland (2013); in der Kunsthalle Krems, Österreich (2013) und im Hamburger Kunstverein, Deutschlan (2012) gezeigt. Letztes Jahr war ihre Arbeiten Teil der großangelegten Ausstellung The World Goes Pop in der Tate Modern, London, UK (2015). In Gruppenausstellungen war sie u.a. im Louisiana Museum of Modern Art, Humlebæk, Dänemark (2013); im Moderna Museet, Stockholm, Schweden (2013); in der Kunsthalle Wien, Österreich (2010) und dem Brooklyn Museum (2010) zu sehen. Frühere Einzelausstellungen hatte sie in der Österreichischen Galerie Belvedere, Wien (Retrospektive, 1998); im MAK – Museum für angewandte Kunst, Wien, Österreich (1996); in der Kärntner Landesgalerie, Klagenfurt, Österreich (Retrospektive, 1989); dem Austrian Institute, New York, USA (1965); in der Galerie Kornfeld, Zürich, Schweiz (1978) und in der Galerie nächst St. Stephan, Vienna, Austria (1961).