Norbert Bisky | Fernwärme
Museum Langmatt, Baden, Switzerland | 2.9.–9.12.2018
Norbert Bisky
Fernwärme
Museum Langmatt
Exhibition: 2 September– 9 December
Opening: 1 September, 5pm

Norbert Bisky (* 1970 in Leipzig, lives in Berlin) is among the best-known painters of his generation. He grew up in the former GDR, and spent the years from 1994 to 1999 studying painting with Georg Baselitz at the Hochschule der Künste Berlin. In 1999, he was that artist’s master pupil. His art has been shown in major art venues and museums for more than 15 years. The exhibition presented by the Museum Langmatt is Norbert Bisky’s first solo museum exhibition in Switzerland, featuring new artworks especially created for Baden. The starting point is provided by the history of the Brown family and of the Langmatt archive: an extensive accumulation of letters, diaries, and historical photographs.
Norbert Bisky’s images show over-bright representations predominantly of young men in the open air – a seeming heroic idyll which, however, becomes doubtful when one takes a second look. These seeming heroes in their self-confident poses dissolve into air and light. The naked torsos reflect the “body culture” and the vain self-love of our epoch, although the images do not convey moralising messages. We are left uncertain as to whether the persons represented are springing joyfully into the air, are amateur athletes self-confidently displaying their ambitions, or are instead victims of attacks, ripped abruptly out of their banal everyday life, their sudden end shockingly in view.

Filled with light and movement, the paintings by Norbert Bisky show interesting thematic parallels with the key motifs of French Impressionism, as represented by outstanding works by Paul Cézanne, Camille Pissarro, Pierre-Auguste Renoir et al. in the collection at the Museum Langmatt. Light and movement were the great themes of the early champions of modernism. They never ceased to be fascinated by the paradox of capturing such fleeting phenomena in the static medium of painting. The Norbert Bisky exhibition shows how strong these themes still are, albeit manifested in a significantly more existential and explosive manner.
Norbert Bisky
Fernwärme
Museum Langmatt
Ausstellung: 2 September– 9 Dezember
Eröffnung: 1 September, 17 Uhr

Norbert Bisky (* 1970 in Leipzig, lebt in Berlin) zählt zu den international bekanntesten Malern seiner Generation. Er wuchs in der ehemaligen DDR auf und studierte von 1994-99 Malerei bei Georg Baselitz an der Hochschule der Künste Berlin. 1999 war er dessen Meisterschüler. Seit mehr als 15 Jahren wird seine Arbeit in bedeutenden Kunsthallen und Museen gezeigt. Das Museum Langmatt zeigt die erste Museums-Einzelausstellung von Norbert Bisky in der Schweiz. Anhand des sensiblen gesellschaftlichen Themenspektrums Familie bietet sie einen konzentrierten Einblick in seine Malerei der letzten zehn Jahre und präsentiert zahlreiche neue Werke, die eigens für Baden entstanden sind. Ausgangspunkt hierfür waren historische Fotos aus dem Familienarchiv Brown, das sich im Museum Langmatt befindet. In der Geschichte der Familie Brown, die 1900 die Villa Langmatt errichten liess, erkennt Norbert Bisky seine eigene wieder.

Norbert Biskys Bilder zeigen überhelle Darstellungen von zumeist jungen Männern in freier Natur, ein scheinbar heroisches Idyll, das sich jedoch bereits auf den zweiten Blick in Frage stellt. Gleissendes Licht zehrt an der Physis der Figuren, frisst Löcher in Körper und Köpfe, lässt ihre Individualität schrumpfen und hinter maskenhaften Gesichtern verschwinden. Die scheinbaren Helden in ihren selbstbewussten Posen lösen sich in Luft und Licht auf. Ihr offensiver Auftritt in der Natur und ihre tollkühnen Flüge am Himmel wecken die Sehnsucht nach einer reinen, unschuldigen Welt. Die nackten Oberkörper spiegeln den Körperkult und die eitle Selbstverliebtheit unserer Epoche, ohne dass die Bilder moralisierende Botschaften vermitteln. Kaum ins rechte Licht gerückt, zerspringen die Figuren in Fragmente und Partikel. Ungewiss bleibt, ob die Dargestellten heitere Luftsprünge vollführen, als Hobbysportler ihre Ambitionen selbstbewusst zur Schau stellen oder ob sie Opfer von Anschlägen sind, abrupt aus ihrem banalen Alltag gerissen, ihr plötzliches Ende erschrocken vor Augen.

Die von Licht und Bewegung erfüllte Malerei Norbert Biskys zeigt eine interessante thematische Parallele zu zentralen Motiven des französischen Impressionismus, der mit herausragenden Werken von Paul Cézanne, Camille Pissarro, Pierre-Auguste Renoir u.a. in der Sammlung des Museums Langmatt vertreten ist. Licht und Bewegung waren die grossen Themen der Vorkämpfer der Moderne. Immer wieder neu faszinierte sie das Paradox, das allzu Flüchtige im unbewegten Medium der Malerei einzufangen. Die Ausstellung von Norbert Bisky vermittelt, wie virulent diese Themen heute noch sind, wenngleich sie wesentlich existentieller und explosiver in Erscheinung treten