Corinne Wasmuht
KÖNIG GALERIE | NAVE | 20.1.–25.2.2018
CORINNE WASMUHT
ST. AGNES | NAVE
20TH JANUARY – 25TH FEBRUARY 2018
OPENING: 19. JANUARY 2018, 6 – 9 PM

KÖNIG GALERIE is pleased to present new works by Corinne Wasmuht in the main hall of the gallery (St. Agnes I Nave). Conceived especially for the exhibition, the architecture refers to a space of transit, which is a main topic within the artist’s ouevre. Here, a total of six works are on show, all of which were finished during the last year.

Corinne Wasmuht’s complex, multifaceted pictorial worlds develop through a gradual, painstaking process of painting which in a certain sense already begins with her sitting at the computer. Wasmuht selects single motifs and elements from a large collection of photographs that she has taken and combines them in different ways until she finds the basis for her new motif. Once the artist has actually started to paint and has transferred the elements onto the wooden or aluminium surface one by one, the image is freed from its digital template and continues to develop through the dynamic nature of its origin.

Despite their complexity and overwhelming, puzzle-like juxtaposition and superposition of different, often very small forms, the works radiate a deep sense of calm, acting as silent invitations to contemplation. They feature urban, often futuristic scenes reminiscent of airport terminals,pedestrian zones and museum halls, yet they are fragmented and overlapping,they appear both sparse and dense. Architectural structures collide with schematic representations of vegetation and human figures, large monochrome planes are superimposed with detailed, crystalline structures that cover large sections of the image like abstract gaps that nevertheless take up space, recalling digital aesthetics.

In addition to fragmentation and restructuring, repetition is another important element in Corinne Wasmuht’s artistic strategy. Single motifs sometimes resurface in a number of works, often several years apart. The work entitled U1 on show in the exhibition, for instance, features an exact excerpt from Uqbar 1 from 2011. By focusing on a specific section of the image, the artist develops a new narrative in the current piece that mines the structure and dynamic nature of the differently rendered details.

The structuring use of spatial perspective and alignment have a strong impact on the compositions, inexorably sucking the viewer into the image.The images seem readable, as well as pixellated, and the human brain immediately tries to translate the dense yet also clearly delineated forms into a real spatial situation or to identify what is being portrayed. The impossibility of understanding what is happening in the image at first glance further intensifies the process of contemplating it. Like a large panoramic painting, Wasmuht’s works open up an inexhaustible cosmos of different pictorial elements that relate to one another, but that also dominate the pictorial space in and of themselves.

Born in 1964 in Dortmund, Corinne Wasmuht lives and works in Berlin and Karlsruhe. She studied painting at the Kunstakademie Düsseldorf. She has been a professor at the Staatliche Akademie der bildenden Künste, Karlsruhe since 2006. Her work has been awarded numerous prizes and can be seen in solo and group shows, for example at the Venice Biennial, Venice, Italy; Albright-Knox-Museum, Los Angeles, USA; Städel Museum, Frankfurt/Main,Germany; Kunstmuseum Stuttgart, Germany; and Kunsthalle zu Kiel, Germany.
CORINNE WASMUHT
ST. AGNES | NAVE
20. JANUAR BIS 25. FEBRUAR 2018
ERÖFFNUNG: 19. JANUAR 2018, 6 – 9 UHR

KÖNIG GALERIE freut sich, im Hauptraum der Galerie (St. Agnes I Nave) neue Bilder von Corinne Wasmuht zu zeigen. Insgesamt sind sechs Arbeiten zu sehen, die alle über den Zeitraum des letzten Jahres fertiggestellt wurden.Die Ausstellungsarchitektur greift in Form eines Durchgangsraumes eines der Hauptthemen Corinne Wasmuhts auf.

Die komplexen, vielschichtigen Bildwelten von Corinne Wasmuht entstehen während eines langsamen, akribisch genauen Malprozesses, der im übertragenen Sinne bereits am Computer beginnt. Aus einem Fundus zahlreicher, selbst erstellter Fotografien wählt Wasmuht einzelne Motive und Elemente aus und setzt sie so lange neu zusammen, bis die Grundlage für das spätere Bildmotiv entstanden ist. Nachdem das eigentliche Malen begonnen hat und die Künstlerin die Elemente sukzessive auf den Bildgrund (Holz oder Aluminium) überträgt, löst sich das Bild von seiner digitalen Vorlage und wächst in der Dynamik seiner Entstehung weiter.

Trotz der Komplexität und dem überbordenden, puzzleartigen Neben- und Übereinander einzelner teils kleinster Formen strahlen die Arbeiten einegroße Ruhe aus, wirken wie stille Einladungen zur Kontemplation. Zu sehen sind urbane, oft futuristisch anmutende Szenerien, die Assoziationen an Flughafenterminals, Fußgängerzonen und Museumshallen wecken, jedoch fragmentiert und überlagert sind, sich auflösen und verdichten. Architektonische Raumgefüge treffen auf Schemen von Vegetation und menschlichen Figuren, größere, monochrome Flächen werden von kleinteiligen, kristallinen Strukturen überlagert, die sich wie abstrakte und doch räumlich anmutende Aussparungen über große Teile des Bildes ziehen und an die Ästhetik des Digitalen denken lassen.

Neben Fragmentierung und Neuordnung ist auch die Wiederholung ein wichtiges Element der künstlerischen Technik Corinne Wasmuhts. Einzelne Motive finden sich teilweise auf mehreren Arbeiten wieder, deren jeweilige Entstehung oft mehrere Jahre auseinander liegt. So stellt beispielsweise die Arbeit mit dem Titel U1, die in der Ausstellung zu sehen ist, einen exakten Ausschnittdes Bildes Uqbar 1 aus dem Jahr 2011 dar. Durch die Fokussierung auf einen spezifischen Teil des Bildes ergibt sich im aktuell entstandenen Werk eine neue Narrative, welche sich ebenfalls aus der Struktur und Dynamik verändert ausgearbeiteter Details speist.

Durch den strukturgebenden Einsatz räumlicher Perspektiven und Fluchten vermitteln die Kompositionen eine unmittelbare Sogwirkung, derer sich der Betrachter kaum entziehen kann. Die Bilder scheinen lesbar, wie verpixelt,und das menschliche Gehirn versucht sofort, die sich verdichtenden und gleichzeitig klar voneinander abgegrenzten Formen in eine reale räumliche Situation zu übersetzen oder das Dargestellte zu identifizieren. Die Unmöglichkeit, das Bildgeschehen auf einen Blick zu erfassen, steigert die Intensität der Betrachtung noch weiter. Ähnlich eines großen Panoramagemäldes eröffnen die Arbeiten Wasmuhts einen sich nie erschöpfenden Kosmos einzelner Bildsegmente, die miteinander in Beziehung stehen und doch isoliert für sich den Bildraum dominieren.

Corinne Wasmuht, 1964 in Dortmund geboren, lebt und arbeitet in Berlin und Karlsruhe. Sie studierte Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf. Seit 2006 hält sie eine Professur an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste, Karlsruhe inne. Ihr Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, ihre Arbeiten waren in wichtigen Einzel- und Gruppenausstellungen weltweit zusehen, unter anderem auf der Venedig Biennale, Venedig, Italien (2011); im Albright-Knox-Museum, Los Angeles, USA; im Städel Museum, Frankfurt/Main, Deutschland; im Kunstmuseum Stuttgart, Deutschland; und in der Kunsthalle zu Kiel, Deutschland.